Zurück im Challenge-Modus

Zurück im Challenge-Modus

Liebe Freunde des gepflegten Muskelkaters, der fragwürdigen Entscheidungen und vollkommen unnötiger sportlicher Herausforderungen,

es ist Zeit.

Zeit, den Staub von oliver-macht-sport.de zu pusten. Zeit für neue Challenges. Und vielleicht auch Zeit für ein kleines Eingeständnis: Ganz weg war ich eigentlich nie.

Denn in den vergangenen Monaten ist durchaus einiges passiert. Ich war fleißig, bin viel gelaufen und habe ziemlich konsequent trainiert. Nur hier auf der Seite war davon verdächtig wenig zu sehen.

Das ändert sich jetzt.

Alles neu. Sieht nur keiner.

Beginnen wir mit der offensichtlichsten Neuerung, die vermutlich niemandem auffällt:

oliver-macht-sport.de ist technisch einmal komplett neu gebaut worden.

WordPress ist Geschichte. Stattdessen läuft die Seite jetzt auf einer schlanken Kombination aus HTML, CSS, Vanilla JavaScript und PHP.

Das Ergebnis?

Die Seite sieht fast genauso aus wie vorher.

Großartig.

Wochenlang an der Technik schrauben, damit anschließend niemand einen Unterschied bemerkt. Wenn das keine gelungene IT-Modernisierung ist, weiß ich auch nicht.

Unter der Haube ist allerdings tatsächlich fast alles neu: weniger Ballast, mehr Kontrolle und eine technische Basis, auf der ich die Seite künftig genau so weiterentwickeln kann, wie ich es möchte.

Und irgendwie passt das ziemlich gut zu dem, was jetzt auch sportlich passieren soll.

Kein kompletter Neustart. Eher ein gründlicher Umbau bei laufendem Betrieb.

Mein neuer kleiner Diktator am Handgelenk

Auch sportlich war ich keineswegs untätig.

Vor allem bin ich in den vergangenen Monaten viel gelaufen. Und dabei habe ich inzwischen einen neuen, ausgesprochen hartnäckigen Begleiter: meine Garmin Fenix 8 Pro.

Ein faszinierendes Gerät.

Sie misst meine Herzfrequenz, beurteilt meine Leistungsfähigkeit, analysiert meine Regeneration – und kommt anschließend regelmäßig zu dem Schluss:

„Sehr schön, Oliver. Und jetzt geh laufen.“

Ich versuche, unserer Beziehung eine gewisse Gleichberechtigung zu geben. Bislang mit überschaubarem Erfolg.

Im Sommer hatte ich allerdings eine hervorragende Gegenargumentation: Es war teilweise schlicht zu heiß. Wenn draußen Temperaturen herrschen, bei denen selbst Asphalt über seine Lebensentscheidungen nachdenkt, darf auch eine Garmin einmal lernen, dass ihre Trainingsempfehlung lediglich Empfehlungscharakter besitzt.

Jetzt wird es wieder kühler.

Und damit gehen mir langsam die Ausreden aus.

Und plötzlich wird die Pace wieder interessant

Das Schöne ist: Mit den sinkenden Temperaturen kommt auch die Geschwindigkeit zurück.

Die Läufe fühlen sich besser an. Die Pace entwickelt sich wieder in die richtige Richtung. Und irgendwo zwischen Trainingszustand, Running Metrics und meinem grundsätzlich etwas gestörten Verhältnis zu vernünftigen sportlichen Zielsetzungen taucht deshalb eine alte Rechnung wieder auf:

10 Kilometer in unter 55 Minuten.

Da war doch was.

Diese Challenge verfolgt mich inzwischen eine ganze Weile. Ich hatte sie schon geplant, verschoben, wieder geplant und erneut verschoben.

Damit ist jetzt Schluss.

5:30 Minuten pro Kilometer. Zehn Kilometer lang.

Für einen guten Läufer ist das nichts Spektakuläres.

Für jemanden wie mich, der zwar gerne Sport macht, aber Laufen über viele Jahre ungefähr so attraktiv fand wie eine freiwillige Wurzelbehandlung ohne Betäubung, sieht die Sache etwas anders aus.

Und genau deshalb gehört diese Challenge hierher.

You didn't come so far to only come so far

Dieser Satz gefällt mir.

Nicht, weil jedes Ziel zwangsläufig erreicht werden muss. Und auch nicht, weil man ständig schneller, stärker oder besser werden müsste.

Sondern weil es ziemlich schade wäre, irgendwann zurückzublicken und festzustellen, dass man eigentlich noch weitergehen wollte – aber irgendwann einfach aufgehört hat.

Ich bin weit gekommen.

Vielleicht nicht immer geradlinig. Vielleicht mit mehr Unterbrechungen, Umwegen und gescheiterten Challenges als ursprünglich vorgesehen.

Aber eben weit genug, um jetzt nicht stehenzubleiben.

Und genau darum soll es auf oliver-macht-sport.de wieder gehen.

Um Ziele, bei denen man sich zunächst fragt, warum man sich diesen Unsinn überhaupt antut.

Um Trainingstage, an denen es läuft.

Um Tage, an denen gar nichts läuft.

Um dieses merkwürdige Gemisch aus Anstrengung, Zweifel, Ehrgeiz und Euphorie, das entsteht, wenn man sich freiwillig etwas vornimmt, das ein vernünftiger Mensch auch einfach bleiben lassen könnte.

In den nächsten Tagen werde ich deshalb die neuen Challenges vorstellen.

Einige alte Bekannte werden wieder auftauchen. Andere werden neu sein. Und vermutlich wird auch wieder die eine oder andere Idee dabei sein, bei der ich mich später fragen werde, was mich eigentlich geritten hat.

Der Anfang aber gehört den 10 Kilometern.

Unter 55 Minuten.

Keine Verschiebung. Keine philosophischen Erklärungen. Keine Diskussion mit der Garmin.

Jetzt wird gelaufen.

Die Seite ist neu.

Die Ambitionen sind aufgefrischt.

Und die Uhr läuft wieder.

You didn't come so far to only come so far.

Euer Oliver

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